40 Jahre CEIA- 40 Jahre bilan protéomique fonctionnel – 40 Jahre funktionelles Eiweißprofil

 

 

 

Am 12. März 1971 gründen Jean Paquelet, André Martin, Pol Henry und Eric Reymond in Lyon das

Biotechnologie-Unternehmen C.E.I.A. S.A. (Centre Européen d´Informatique et d ´Automation). Das

Unternehmen erstellt Eiweißprofile, die verlässliche Aussagen über die Gesundheit oder Krankheit

eines Menschen und personalisierte Therapieempfehlungen ergeben, indem es Serumproben über

40 verschiedenen Reagenzien aussetzt und die Trübung misst. Die C.E.I.A.-Methode ist beim

Institut National de la Protection Industrielle in Paris angemeldet. Der folgende Artikel gibt einen

Überblick über Herkunft und Entwicklung der Methode.

 

Es begann mit einer Panne

 

Ein kalter Tag im Winter 1950. Über glatten Straßen, wie sie Lyon selten erlebt, verdämmert das

letzte Licht im Nebel, als der Medizinstudent Eric Reymond, müde von der Teilnahme an einer

Leichenschau, das Krankenhaus Antiquaille verlässt. Am Straßenrand schemenhaft ein Delahaye.

Dass der Mittdreißiger, der etwas verloren neben seinem havarierten Luxusauto steht, ein

Kommilitone von ihm ist, kann Reymond nicht ahnen, als er ihm anbietet, ihn in seiner Ente

mitzunehmen.

 

 Jean Paquelet, Jahrgang 1917, ist bei Beginn des 2. Weltkriegs einer der jüngsten Piloten der

Marineflieger. Als die Deutschen Frankreich okkupieren, schließt er sich der Resistance an und

beginnt ein Pharmaziestudium, das er vor Kriegsende abschließt. Als Armeepilot in der Offensive der

Alliierten ist er an der Befreiung von Straßburg und einiger Konzentrationslager beteiligt. Nach 1945

zunächst als Apotheker tätig, beginnt er 1950 im Zweitstudium Medizin zu studieren, wobei er davon

profitiert, dass ihm wegen seines Militärdienstes zahlreiche vorklinische Kurse erlassen werden.

Parallel promoviert er in Pharmazie und Biologie. In Deutschlang legt er eine medizinische

Doktorarbeit über die Anwendung von Organlysaten vor. Er arbeitete später bei Abderhalden in

dessen Labor, lernte Grundlagen der Organtherapie bei Professor Cohn in Genf und Niehans in

Deutschland und gründet schließlich ein eigenes biologisches Labor.

 

Als Eric Reymond, geboren 1930, Paquelet am Straßenrand aufsammelt und dabei den Grundstein

für eine lebenslange Freundschaft legt, ist er wie Paquelet Erstsemester an der medizinischen

Fakultät von Lyon. Später arbeitet er tagsüber in der Klinik Antiquaille und abends im Labor von

Paquelet, bis er 1957 als Militärarzt nach Landau/Pfalz geht.

 

Der dritte der vier C.E.I.A.-Gründer, André Martin, wurde 1916 geboren, er war schon

Klassenkamerad von Paquelet gewesen und hatte in den 30er Jahren Medizin studiert.

 

Paquelet, der geniale Kopf des Trios, war von der Organtherapie überzeugt, entwickelte aber

zusammen mit dem noch jungen Reymond und dem erfahrenen Kollegen und Freund Martin eine

eigene Methodologie. Reymond hatte sich nach seiner Rückkehr aus Deutschland mit Paquelet in

einer Praxis niedergelassen und initiierte die Gründung einer Gesellschaft für Organtherapie, zu der

auch Paul Nogier gehörte. Die Aktivitäten dieser Gesellschaft führten zu regelmäßigen Kontakten mit

der Firma, die damals Dolisos hieß und heute den Namen Boiron trägt. Boiron ist das pharmazeutische

Unternehmen in Frankreich, das Heilmittel aus dem komplementärmedizinischen Bereich herstellt.

Dort trafen Paquelet, Martin und Reymond auf den Belgier Pol Henry und seine Gemmotherapie.

 

Pol Henry, Jahrgang 1918, hatte in den 40er Jahren in Brüssel Medizin studiert. Sein Interesse hatte

zunächst der Homöopathie gegolten, bevor er sich der Phytotherapie zuwandte. Er entwickelte eine

eigene therapeutische Methode, die Gemmotherapie, bei als der Heilmittel ausschließlich

Pflanzengewebe im Stadium der Entwicklung eingesetzt werden.

 

Seine ersten systematischen Untersuchungen zu diesen Heilmitteln bezogen sich vor allem auf die

beiden Zellreihen der Leukozyten, nämlich Granulozyten und Lymphozyten. Gleichzeitig führte er

systematische Experimente zur Organtherapie durch, wobei er zwar von den Grundlagen der

Niehans- Methode profitierte, dabei jedoch eigene, mit Papain behandelte, Organlysate und Organ-

Serumpräparate verwendete.

 

 

 

Versuchskaninchen

 

Bei diesen Experimenten wurden Kleintiere aus Carboniere/Lacenas und größere Tiere von einem

Bauernhof in Chambon sur Lignon verwendet. Wie würden diese Präparate auf ein Profil von

Serumparametern, Fraktionen der Elektrophorese und dreier damals üblicher Serumlabilitätstests

(Takata, Cetavlon und Kupferacetat) der Tiere wirken? (Wegen der Labilität der Eiweiße verändern

bestimmte biochemische Reagenzien deren räumliche Struktur so, dass sie ausflocken, wir sprechen

von Flockulation.)

 

Aus dem drei- wurde ein vierblättriges Kleeblatt: die Ideen der vier theoriegeladenen Praktiker

verschmolzen Anfang der 60er Jahre zu einer Methode. Damals hatte die Medizin gerade eine

Vorstellung von der Prävention entwickelt, weil durch allgemeine Hygiene und Massenimpfungen

Infektionskrankheiten erstmals in großem Stil verhindert werden konnten.

 

Aber Krankheiten vorhersagen anhand objektiver biologischer Parameter und durch eine gezielte

Behandlung verhindern? Präventive Therapie? War das nicht eine vermessene Vorstellung?!

 

 

 

Funktionelle Proteomik, ein paar Grundlagen

 

Man muss bedenken, dass das Genom, die gesamte Information des genetischen Materials eines

Individuums, erst viel später vollständig entschlüsselt wurde. Die Proteine als biochemische Boten

des Genoms waren in der Vielfalt ihrer Funktionen weitgehend eine black box.

 

Wilkens hat die Proteine in ihrer Gesamtheit in Anlehnung an das Genom 1974 „Proteom“ genannt.

Bis dahin waren Proteine vor allem biochemische Funktionsträger: Proteine als komplexe räumliche

Strukturen können Wasser binden und gehen in Lösung, man spricht von kolloidalen Systemen.

 


 

Kolloidale Systeme sind ständigen Veränderungen unterworfen, ihr Ziel ist die Homöostase des

Systems trotz veränderter Einflüsse von außen. Sie wird erreicht, indem die Proteine qualitativ und

quantitativ verändert werden.

 

Die CEIA-Methode basiert auf dieser Beziehung zwischen den krankheitsbedingten Veränderungen

im Organismus und der daraus folgenden Veränderung im kolloidalen System des Serums.

 

Diese Beziehung kann in 3 Schritten beschrieben werden:

 

Ausgangspunkt: Gesundheit = Homöostase

 

Folgestadium: Krankheit = Verlust der Homöostase

 

Rückkehr zum Ausgangspunkt: Heilung = Homöostase

 

Pol Henry hat als Parameter aus dem kolloidalen System des Serums die Fraktionen der

Eiweißelektrophorese, alpha 1-, alpha2-, beta- und gamma-Globulin, und die Reagenzien Takata,

Cetavlon und Kupferacetat verwendet.

 

Die Veränderung der optischen Dichte des Serums einer gesunden Person unterschied sich von der

des Serums einer kranken, die optische Dichte ist also ein Maß für die Stabilität oder Instabilität des

kolloidalen Systems im Serum und damit direkt mit den krankheitsbedingten Veränderungen im

Organismus verbunden.

 

Pacquelet, Martin und Reymond definierten weitere Flockungsparameter. In den ersten Jahren der

gemeinsamen Forschungsarbeiten wurde ein „Profil“ von Eiweißflockungsreaktionen, bilan CEIA

oder bilan protéomique fonctionnel, entwickelt, das zunächst acht Basisparameter abbildete, zu

Takata, Cetavlon, Kupferacetat traten Burstein, Kunkel Phenol, Jod, Kunkel Zink und Popper. Die

Parameter trugen damit den Namen ihrer Reagenzien, das Prinzip wurde auch für die später

hinzugekommenen weiteren 36 Parameter beibehalten.

 

Schnell wurde auch deutlich, dass die qualitativen Eigenschaften der Serumproteine einen

gemeinsamen genetischen Ursprung haben mussten: Die Profile eineiiger Zwillingen zeigten

überwältigende Übereinstimmungen.

 

 

 

Zwei Seiten derselben Medaille

 

Die Methode hatte von Beginn an zwei Stoßrichtungen:

 

1. Die diagnostische, wir sprechen heute von Biomedizin: die systematische Analyse der

strukturellen Eigenschaften der bei den Flockungsreaktionen nachgewiesenen Parameter.

 

 

Mit Hilfe der isoelektrischen Fokussierung wurden getrennt nach pH-Verhalten und

Molekulargewicht vier Parametergruppen identifiziert (Glykoproteine, Lipoproteine,

Immunglobuline und Breitbandtests), die durch immunhistochemische Färbeverfahren

gekennzeichnet werden konnten.

 

Mit diesen beiden labortechnischen Verfahren, der photometrischen Messung der

veränderten optischen Dichte nach Ausflockung und der Analyse durch isoelektrischen

Fokussierung mit anschließender Färbung, hat man eine in der Medizin einzigartige

Messmethode, mit der man krankheitsbedingte feinstrukturelle Veränderung bis hin zu

molekularen und molekularkinetischen Ebene erfassen kann.

 

 

 

2. Gleichzeitig wurde die therapeutische Seite der CEIA-Methode entwickelt.

 

 

Ziel war es, eine Heilmittelliste zur therapeutischen Entscheidungshilfe zu erstellen. Dabei

waren nicht mehr die Symptome des Patienten für die Wahl des Therapeutikums

entscheidend, sondern das Verhalten der optischen Dichte des Serums nach Ausfällung.

 

 

Die Grundlagen hatte Pol Henry mit seinen Beobachtungen zur Gemmotherapie gelegt. Jetzt

aber wurden alle im so genannten Dolisos-Katalog (Dolisos war das später zu Boiron

gewordene Pharmaunternehmen) verfügbaren Heilmittel, eine große Zahl an Pflanzen,

Mineralotherapeutika und ätherischen Ölen, systematisch mit den Parametern des

Eiweiprofils untersucht, zunächst an Wildkaninchen, später mit groß angelegten

Patientenbeobachtungen.

 

 

Vor Gabe des Heilmittels wurde ein erstes Profil erstellt (B1), dann folgte die definierte

Fütterungs- bzw. Einnahmephase, die mit der Erstellung eines zweiten Profils (B2) endete.

War B2 – B1 bei mehr als 100 Beobachtungen > 1 sigma, konnte von einer signifikanten

Wirkung des Heilmittels auf den Parameter ausgegangen werden. Zu diesen Versuchen

wurde eine Doktorarbeit an der Universität von Clermont vorgelegt.

 

 

Von rund 1.000 untersuchten Heilmitteln wurden etwa 800 in eine eigene Heilmittelliste von

CEIA übernommen. Bedenkt man, dass die Computertechnologie noch in den Kinderschuhen

steckte, ahnt man, was das bedeutete: die vier Gründer arbeiteten mit Lochkarteien und

Stricknadeln, die Analyse erfolgte per Hand. Um dieser Datenmenge Herr zu werden,

mussten alle ran, Familie, Freunde und vor allem begeisterte Anwender der Methode.

 

 

In diesen Pionierzeiten der CEIA- Methode wirkten viele Mediziner und andere Wissenschaftler mit,

so zum Beispiel Hubert Nérot, Informatik-Ingenieur, der die graphische Darstellung der

Messergebnisse als V-förmige Kurve vorschlug, Christian Trouilloux, bis heute verantwortlicher

Informatiker bei CEIA France, der vorschlug, die histochemische Farbmarkierung auch als Kennung

bei der graphischen Darstellung zu verwenden oder Francoise Lasne, die zur strukturellen Analyse

der Fällungsprodukte die isoelektrische Fokussierung einführte.

 

 

Herausragend blieb Jean Paquelet, der das Standardabweichungsmaß zu einem Vergleichskollektiv,

damals noch revolutionär in der Medizin, als Berechnungsmodell für die therapeutische Aktivität

von Heilmitteln auf kolloidale Veränderungen im Serum vorschlug.

 

 

Innerhalb kürzester Zeit sammelten sich enorme Datenmengen und damit die Möglichkeiten,

daraus entscheidende Schlussfolgerungen zu schließen:

 

 

1. So haben die einzelnen Parameter entsprechend ihrer Gruppenzugehörigkeit ein typisches

Verhalten im Krankheitsfall und unter therapeutischer Intervention.

 

2. Unter Kenntnis dieser parametertypischen Eigenschaften kann ein Profil eines Patienten auch

im Sinne einer Voraussage interpretiert werden: Die Krankheitsentwicklung kann vermutet

werden und, für Patienten von noch größerer Bedeutung, aus dem Heilmittelkatalog können

Therapeutika eingesetzt werden, die diese Krankheitsentwicklung verhindern.

Durch die Prädiktion entsteht eine personalisierte und spezifische Prävention!

 

 

Paquelet hat darüber hinaus zusammen mit André Martin ein Protokoll zur Herstellung von

Organpräparaten in einem pharmazeutischen Labor eines mitarbeitenden Apothekers entwickelt.

Diese Produkte wurden wie die Pflanzen, Mineralien und ätherischen Öle des Heilmittelkatalogs in

die CEIA Methode integriert. Das therapeutische Arsenal wurde später erweitert durch die

Entwicklung spezifischer Immuntherapeutika, sogenannter Antifraktionen. Die Herstellung der

Organpräparate und Antifraktionen wurde später von Joaquin Roda in Valencia übernommen.

 

 

 

 

 

20 Jahre später: C.E.I.A. setzt über den Rhein

 

 

Die Geschichte von C.E.I.A. war vom ersten Tag an eine europäische Geschichte. Was in den 60er

Jahren und bei Gründung 1971 eine noch visionäre Anmutung hat, in einem gerade erst

zusammenwachsenden Europa mit einer Automatisierungstechnik in den Kinderschuhen, ist 20 Jahre

danach gelebte, die Grenzen überspannende Realität.

 

 

Vor allem André Martin und Eric Reymond hatten die Methode in ihrer praktischen ärztlichen Arbeit

eingesetzt und in großer Zahl Fortbildungen in Frankreich durchgeführt. Ständig erweiterte sich der

Kreis der Therapeuten, die zugleich immer auch Entwickler der Methode sein sollten – ein Ziel der

vier Gründer war immer die aktive Einbindung der Anwender bei der weiteren Entwicklung der

Methode und der Weiterbildung gewesen. Mit diesem Ziel hatte man früh die medizinische

Gesellschaft für Proteomik (Société Médicale de Protéomique fonctionnelle) gegründet.

 

 

Letztlich war es aber wie so oft ein wirtschaftlicher Mechanismus und die richtige Person zur

richtigen Zeit am richtigen Platz, die der Idee von der Rhone zum Sprung auf das rechte Rheinufer

verhalf. Die Ausbreitung der Methode in Frankreich hatte schnell die Nachfrage nach Laborkapazität

erhöht. Dem medizinischen Labor von Paquelet, das die CEIA Methode durchführte, folgte das Labor

von Pierre Risse in Paris.

 

 

Risse, in Straßburg geboren, stellte die Methode dem Elsässer Apotheker Klaus-Peter Riedel und dem

Arzt Gonthier Pelz vor, beide zweisprachig. Riedel führte die CEIA-Methode zunächst in

Südwestdeutschland ein, die ersten Mediziner, die danach arbeiteten, waren Voss in Heidenheim,

Krimmel in Lindau und Doerfler in Hamburg.

 

 

Pelz andererseits hatte gute Kontakte zu Ewald Fischer, Verleger des auf Komplementärmedizin

spezialisierten Haug-Verlages und Mitbegründer der Medizinischen Woche Baden-Baden, der von

der CEIA-Methode sofort fasziniert war. Schon 1993 präsentiert sich CEIA als Aussteller in Baden-

Baden. Auf dieser zentralen Plattform der Komplementärmedizin traf Eric Reymond mit Helmut

Sauer zusammen. Hier hatten sich zwei gefunden, die nicht nur medizinisch dieselbe Sprache

sprachen. Sauer, bis heute ein überregional bekannter und praktizierender Komplementärmediziner,

stammt aus dem Saarland, seine guten Französisch-Kenntnisse erleichterten ihm den Zugang. Er

schloss schnell Freundschaft auch mit Paquelet und Martin, in diesem engeren Kreis der

europaweiten Anwender wurde eine erste systematische Dokumentation erstellt, die sogenannten

Hypertexte, um die Erfahrungen aus der Anwendung der funktionellen Proteomik weiterzugeben.

Sauer war dabei der erste Multiplikator in Deutschland, der nicht nur die CEIA-Methode in seine

tägliche Praxisarbeit aufnahm und an der weiteren Entwicklung mitarbeitete, er führte fortan

regelmäßig Fortbildungen zur Proteomik nach der CEIA Methode in Deutschland durch.

 

 

Fischers Haug-Verlag gab einige Zeit ein fünfsprachiges Journal „De Natura Rerum“ zur Methode

heraus, das international große Anerkennung fand. Unter demselben Namen und mit Beteiligung

namhafter Referenten wie Heine oder Canigueral wurden mehr als 20 Jahre internationale Kongresse

unter anderem in Cannes, Paris, Brüssel, Valencia und zuletzt 2007 in Berlin veranstaltet.

 

 

Sauer veröffentlichte zahlreiche Skripte, Reymond einen Fernkurs, der in 5 Sprachen übersetzt und

über das Internet abrufbar ist. Sabine Fischer, Tochter des Verlegers und inzwischen selbst erfahrene

Internistin und Komplementärmedizinerin gab 2007 mit Sauer und dem belgischen Arzt Sus

Herbosch ein, annähernd 150 Seiten umfassendes, Kurzlehrbuch „Funktionelle Proteomik“ heraus.

 

 

 

 

 

Centre Européen!

 

 

Die Internationalität von C.E.I.A. hatte zunächst einen deutlich romanischen Schwerpunkt: Joaquin

Roda, der als Pharmazeut die Entwicklung und Herstellung der Organpräparate und Antifraktionen in

Valencia übernommen hatte, war auch entscheidend für die Verbreitung der Methode in Spanien

verantwortlich, so dass es dort seit Jahren einen festen Stamm von Anwendern gibt.

 

 

Inzwischen gibt es neben den ausführlich beschriebenen Erfolgen in Deutschland zum Beispiel seit

Jahren in der Schweiz unter der Obhut von Roman Lietha einen wachsenden Anwenderkreis, ebenso

in Italien. Die Kontakte in Übersee reichen nach Kanada, Südamerika, Asien, darunter zuletzt auch

China.

 

 

Herausragend ist die Rolle Belgiens, nicht nur durch den Gründer Pol Henry, auch heute praktiziert

mit Sus Herbosch einer der führenden Spezialisten in Brüssel. Herbosch, als Belgier ohnehin der

Mehrsprachigkeit verpflichtet, hält im ganzen Verbreitungsgebiet der Methode Vorträge, die seine

Arbeit und die Arbeit seiner Kollegen mit dem Verfahren dokumentieren: Patientenbeobachtungen

zu Schwerpunktthemen der Medizin wie Krebserkrankungen, Erschöpfungssyndrom,

Fettstoffwechselstörungen etc. Er war maßgeblich verantwortlich für die Entwicklung der Typologie,

hat Ausbildungsskripte in Europa vereinheitlicht und die Entwicklung der Elixiere möglich gemacht.

 

 

Dass das Zentrallabor von C.E.I.A. heute in Brüssel sitzt, ist wieder ebenso der gewollten Vollendung

einer europäischen Vision wie der normativen Kraft des Faktischen geschuldet: Hatte es zunächst

mehr als zwanzig weitere Labors in Frankreich, Deutschland, Holland, Belgien und der Schweiz

gegeben, machte die massive Zugangsbeschränkung der Patienten zu komplementärmedizinischen

und naturheilkundlichen Methoden durch den französischen Staat eine Konzentration der

Laborkapazität außerhalb Frankreichs sinnvoll. Die wachsende wirtschaftliche und politische

Bedeutung Europas, ließ Brüssel, die „Hauptstadt“ der Europäischen Union, eine in mehrfacher

Hinsicht naheliegende Wahl werden. CEIA Lab mit Sitz in Brüssel wurde alleiniger Nachfolger aller

Labors, der Informatiker Alain Reymond Geschäftsführer und Herbosch verantwortlicher Laborarzt.

 

 

 

 

 

C.E.I.A., quo vadis?

 

 

C.E.I.A. hat in 40 Jahren für 5.000 Ärztekunden in 22 Ländern mehr als 2 Millionen Eiweißprofile für

mehr als 1,3 Millionen Patienten erstellt.

 

 

Die Methode ist nach wie vor einzigartig in der Medizin, auch in der Komplementärmedizin:

Die Veränderung der optischen Dichte im Serum als Folge einer Veränderung im kolloidalen System

dient als biologischer Parameter zur Krankheitsaufdeckung, -beschreibung, - verfolgung und zur

Krankheitsvorhersage.

 

 

Die Erkenntnisse zur Prädiktion aus der Methode bestätigten sich mit der Biomedizin, der neuen

Wissenschaft der Proteomik, die die Zusammenhänge von Genom und Proteom in zahlreichen

Einzelschritten nachweist.

 

 

Damit aber sitzt die funktionelle Proteomik nach C.E.I.A. zunächst zwischen allen Stühlen. Ob sie auch

eine Brücke zwischen diesen Stühlen bilden kann, werden die kommenden Jahre weisen.

 

 

Sie ist ein biomedizinisches Verfahren, das wissenschaftlichen Anforderungen nach Transparenz,

Falsifizierbarkeit und Wiederholbarkeit genügt. Serumproben zum Beispiel, die im Abstand von

wenigen Tagen beim selben Patienten gewonnen werden, bringen identische Eiweißprofile. Die

Untersuchungen könnten jederzeit von jedem anderen Labor, das dieselben Reagenzien einsetzt, mit

denselben Ergebnissen durchgeführt werden. Dennoch wurde die Methode zunächst von der

„akademischen“ Medizin als zu ungenau und empirisch zu wenig beweisbar abgelehnt, oft nur

deshalb, weil sie unter der Flagge der Komplementärmedizin lief. Es ist sicher auch nicht abwegig zu

vermuten, dass die schnelle erfolgreiche Anwendung in der diagnostischen und therapeutischen

Praxis ohne den klassischen universitären Wissenschaftsbetrieb das Misstrauen mancher

Wissenschaftler gegen die Methode vertieft hat.

 

 

Gleichzeitig ist der Anspruch der funktionellen Proteomik nach C.E.I.A., die Funktionalität des

menschlichen Organismus ganzheitlich zu erfassen und sich nicht durch oftmals mehr verschleiernde

als enthüllende Symptome leiten zu lassen, all denen verdächtig, die durch ein ganzes Studium auf

eben diese Symptome getrimmt wurden.

 

 

Die Heilmittelliste umfasst ausschließlich eindeutig naturheilkundliche Therapeutika, aber wieder

handelt es sich nicht um klassische Erfahrungsheilkunde: da für jedes der 800 Heilmittel ein eigenes

Wirkprofil auf die Eiweiße des menschlichen Körpers besteht und diese Wirkprofile durch Millionen

von Datensätzen abgesichert sind, kann man auch die Therapie getrost als nach wissenschaftlichen

Kriterien gesichert bezeichnen.

 

 

Die offensichtliche Verwurzelung der Methode in der Biochemie und der Labormedizin, ja in der

Humangenetik, ihre Komplexität (manche würden sagen: Kompliziertheit) führt zu einer gewissen

Skepsis des einen oder anderen Naturheilkundlers. Nicht verschwiegen werden soll auch, dass sie

immer mit dem (inzwischen nur noch vereinzelten) Widerstand ansonsten überzeugter Anwender

kämpft, sich dem Computerzeitalter und seinen unbestrittenen Zumutungen zu öffnen.

 

 

 

 

 

Die Zukunft hat schon begonnen

 

 

Die funktionelle Proteomik kann durchaus als Grenzgänger zwischen den Fakultäten betrachtet

werden. Aber auch hier wächst zusammen, was zusammen gehört. Der erste Schritt in die Zukunft

der funktionellen Proteomik nach C.E.I.A. ist bereits getan: Seit einigen Monaten laufen die ersten

kontrollierten Studien, darunter (Kurzbeschreibung von zwei Untersuchungen, Fragestellung, Ansatz,

universitäre/schulmedizinische Partner). Dieser Weg wird konsequent weiter gegangen.

 

 

Fand die Aus- und Weiterbildung bis 2010 ausschließlich in Präsenzseminaren statt, setzt die in

Kirchberg ansässige Internationale Ärztegesellschaft für funktionelle Proteomik (IÄfP) inzwischen auf

blended learning, Neulinge können sich am heimischen Computer an einem Webinar beteiligen

bevor sie entscheiden, ein Seminar zu besuchen, Anwender treffen sich zu Online-Meetings, um sich

bei der Auswertung der Profile von den alten Hasen unterstützen zu lassen und per Internettelefonie

über besonders komplizierte Fälle zu diskutieren, während alle Beteiligten über denselben Bildschirm

Zugriff auf das jeweilige Profil haben.

 

 

Darüber hinaus arbeiten alle Beteiligten weltweit daran, die Methode über den zwar wachsenden

aber immer noch relativ exklusiven Kreis ausgebildeter Therapeuten hinaus einer breiteren

Öffentlichkeit bekannt zu machen als das, was sie ist: Ein verlässliches prädiktives

Diagnoseinstrument, um Störungen der menschlichen Gesundheit aufzudecken, während die Organe

noch schweigen. Eine gering belastende Therapie, um diese Störungen präventiv zu beheben. Ein in

vierzig Jahren bewährtes Verfahren, um funktionelle chronische Beschwerden schlüssig und

differenziert zu erklären. Eine hochwirksame personalisierte Therapie mit so potenten wie

nebenwirkungsarmen Naturheilmitteln. Ein im eigentlichen Sinne des Wortes

komplementärmedizinisches Verfahren.

 

 

Gleichzeitig muss der Anwender, gleich auf welcher Seite des Tisches, verstehen, dass dieses

Verfahren eines nicht bietet: Wunderheilungen. Es setzt auf Seiten des Therapeuten den Willen

voraus, sich in ein neues medizinisches Denken einzuarbeiten, sich mit den biochemischen

Grundlagen, der ungewohnten Darstellung der Diagnose, den Naturheilmitteln auseinanderzusetzen

(und in der Anwendung und der Fortbildung den Computer als Instrument zu akzeptieren). Auf Seiten

des Patienten kommt die funktionelle Proteomik wie andere Verfahren nicht ohne Geduld,

adherence und unter Umständen eine nachhaltige Umstellung des Lebensstils aus.

 

 

Mit der allgemeinen Verbreitung wird die funktionelle Proteomik nach C.E.I.A. anonymer werden, mit

Stricknadel und Lochkarte wäre heute auch unter Einsatz aller Mitglieder der „C.E.I.A.-Familie“ kein

Fortschritt mehr zu erzielen. Und doch wird auch die zukünftige Entwicklung an Personen und

Persönlichkeiten hängen. Wenn Sie also einen am Straßenrand gestrandeten Autofahrer sehen,

fragen Sie ihn, ob Sie ihn mitnehmen können – es könnte Großes daraus entstehen.